Württembergische Einzelmeisterschaften der Senioren 2009 in Herrenberg
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Turnierbericht |
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330 Teilnehmer, 36 Wettbewerbe, drei Sporthallen - der Seniorensport im Tischtennis-Verband boomt. Eine württembergische Meisterschaft, wie sie am vergangenen Wochenende in Herrenberg stattfand, ist mittlerweile nicht mehr von jedem Verein auf die Beine zu stellen. Die Tischtennis-Abteilung des VfL Herrenberg meisterte die Herausforderung dieses zweitägigen Mammutturniers indes bravourös. Alexander Mohr vom TSV Nusplingen hatte soeben den Matchball gegen seinen Widersacher Andrzej Trusczcynski verwandelt, ließ sich mit einem lauten ‚Yeah’ und ausgestreckten Armen auf den Boden der Längenholzhalle fallen. In einem hochklassigen Finale des Königswettbewerbs (Senioren 40) hatte der Verbandsklasse-Spieler in vier Sätzen die Oberhand über den Turnierneuling aus Mössingen behalten, trat damit die Nachfolge von Titelverteidiger Karl Dachs (TTC Wangen) an. Dieses Finale war nicht die einzig sehenswerte Partie, die die zahlreichen Zuschauer mit Applaus bedachten. Auch das Endspiel der Damen in der 40er-Klasse erfuhr großes Interesse, zumal mit der Sindelfinger Verbandsliga-Spielerin Maria Schuller auch für den Lokalcharakter gesorgt war. Schuller gelang es dabei nicht, ihren Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Zu stark präsentierte sich Friedrichshafens Neuzugang Bettina Martin gegen die Abwehrspielerin, der man die Strapazen des Turniers in Form vieler Partien im Einzel, Doppel und gemischten Doppel zuweilen etwas anmerkte. Betreuerin Elke Bacher: ‚Maria war etwas müde und spielte in manchen Phasen der Partie zu passiv.’ So freute sich am Ende Bettina Martin nach dem gewonnenen Fünfsatz-Krimi. Vielleicht bezeichnend für die hart umkämpfte Partie war der letzte Ballwechsel, bei dem beide Spielerinnen am Ende kurzzeitig Kontakt mit dem Hallenboden aufnehmen mussten. Beide Spielerinnen lagen sich danach in den Armen, wohlwissend, dass wohl jede den Sieg verdient gehabt hätte. Dritte wurde Sylke Gärtner vom TSV Gärtringen, die sich mit starken Leistungen in der Vor- und Zwischenrunde den Sprung auf das Siegertreppchen verdient hatte. Aus Bezirkssicht war es dennoch Maria Schuller, die bei der Siegerehrung zwei Mal ganz oben auf dem Podest stand. Zusammen mit Vereinskameradin Elke Bacher verteidigte sie den Titel im Doppel, lediglich im Viertelfinale gegen Elke’s Schwester Andrea Bleicher und ihre Partnerin Bettina Martin galt es eine kritische Phase zu überstehen. Ansonsten hatten die beiden Sindelfingerinnen die Konkurrenz zumeist im Griff, was im Halbfinale auch die Gärtringer Formation Katja Stierle/Sylke Gärtner anerkennen musste. Katja Stierle: ‚Wir waren eigentlich gut drauf, machten in der entscheidenden Phase aber leider die Punkte nicht.’ Dennoch freuten sich beiden Gärtringerinnen, die über die Vorjahreszweiten Schödel/Fleißner aus Friedrichshafen und Heidenheim triumphiert hatten, riesig über den dritten Platz. Auch im gemischten Doppel war Maria Schuller obenauf, was auch an ihrem stark aufspielenden Partner Martin Maletta (KSG Gerlingen) lag. Endspielgegner waren Gärtringens Katja Stierle und ihr zugeloster Partner Andrzej Trusczcynski, die während des Turniers gut harmonierten. Der Mössinger platzierte seine druckvollen Angriffsbälle und die Gärtringer Verbandsklasse-Spielerin hielt den Ball sicher im Spiel. Gegen Schuller/Maletta musste dennoch nach fünf Sätzen gratuliert werden. Katja Stierle: ‚Andrzej war ein echter Glücksgriff für mich. Schade, dass es im Finale nicht zum großen Coup reichte.’ Eine weitere Medaille für den Bezirk Böblingen holte Marlies Ziebarth (VfL Sindelfingen) im Einzel der Altersklasse S65. In der Vorschlussrunde gegen Abonnementssiegerin Margarate Köngeter (TV Reichenbach) war jedoch kein Kraut gewachsen. Lokalmatador Horst Grünewald musste gleich zwei Mal die Stärke von Ulrich Dochtermann (TSV Musberg) akzeptieren. Bei den S65-Männern hatte der Gäufeldener nach überstandener Vorrunde Lospech, als es im Achtelfinale gleich gegen den an Nr. 1 gesetzten Dochtermann ging. Dort blieb ein Satzgewinn aus. Im Doppel spielte Grünewald mit seinem langjährigen Partner Alfred Ludwig von der SG Mettenberg. Blieb den beiden im Vorjahr in Kornwestheim der Weg ins Finale noch verwehrt, gelang nun nach drei mühelosen Dreisatzsiegen in der KO-Runde der Sprung ins Endspiel. In diesem erwiesen sich Ulrich Dochtermann und Gunter Klugmann (TSV Musberg/SSV Reutlingen) als zu stark. Die weiteren Vertreter aus dem Gäu griffen nicht in den Kampf um die Podestplätze ein. Britta Koch (TSV Gärtringen) hatte in der Vorrunde großes Pech. Alle drei Spielerinnen beendeten die Vorrundengruppe mit einem Sieg und einer Niederlage. Lediglich auf Grund eines zu viel verlorenen Satzes blieb Koch die Qualifikation für die KO-Runde verwehrt. Die beiden Landesliga-Spieler Ullrich Gotsch und Jürgen Bögel überstanden die Vorrunde unbeschadet, bekamen dann aber im Achtelfinale von den späteren Finalisten Alexander Mohr und Andrzej Trusczcynski eine Lehrstunde erteilt. Thomas Roll (VfL Herrenberg) überstand ebenso die Vorrunde, Endstation war dann aber im Anschluss gegen Schwenningen Gunter Schneider. Edgar Jüngling ereilte das gleiche sportliche Los, er musste dem Kirchheimer Axel Schorradt gratulieren. Günter Hauser (VfL Oberjettingen) schaffte in der Vorrunde den zweiten Platz, zog dann aber in vier Sätzen gegen Gärtringens Jürgen Bögel den kürzeren. Drago Rakic wurde in der Vorrunde der S60-Konkurrenz nur Dritter, schaffte es im Doppel an der Seite von Christian Scholz (TB Ruit) aber immerhin ins Viertelfinale. Thomas Holzapfel |
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WEM-Splitter |
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Durchweg positiv, zuweilen sogar begeisternd war das Feedback der Teilnehmer und der Verantwortlichen im Tischtennis-Verband Württemberg-Hohenzollern angesichts der Akribie, die die Herrenberger Tischtennis-Abteilung bei der Durchführung der Senioren-Meisterschaften an den Tag legte. Nicht nur das Mammut-Turnier wurde professionell über die Bühne gebracht, auch der Kameradschaftsabend in der Längenholz-Mensa kam gut an. Unter Leitung eines DJ’s wurde bei der großen Senioren-Familie am Samstag Abend fleißig das Tanzbein geschwungen. ********************************************************************** Im Rahmen des geselligen Abends erhielt Erika Beck vom TTC Ehingen (Bezirk Donau) für ihre langjährigen Verdienste im Tischtennis-Sport den Alfred-Nollek-Pokal überreicht. Erika Beck engagierte sich viele Jahre als Schiedsrichter, war zudem Seniorenwartin im Bezirk Ulm. Und alle waren sich einig: ‚Erika Beck hat sich diese Auszeichnung redlich verdient.’ ********************************************************************** Karl Vochezer, der Seniorenchef im Verband, hatte schon am Sonntag mittag Gelegenheit, ein Zwischenfazit des Herrenberger Turniers zu ziehen. Der VfL bekam vom zuweilen recht kritischen Allgäuer die Bestnote: ‚Das hier ist eine Top-Veranstaltung. Ich bin ja jetzt auch schon einige Jahre dabei, aber zum ersten Mal bin ich richtig relaxed während der Veranstaltung und kann lächelnd durch die Halle marschieren. Bei früheren Veranstaltungen stand ich deutlich mehr unter Strom’. So konnte sich Vochezer mehr auf seine sportlichen Auftritte konzentrieren. Gegen den turmhohen Favoriten Michael Krumtünger (TTC Müller Frickenhausen/Würzburg) gab es im Viertelfinale der S50-Konkurrenz dennoch nichts zu holen. ********************************************************************** Eine tadellose Durchführung bescheinigte auch Herrenbergs Oberbürgermeister Thomas Sprißler. Der Rathaus-Chef war bei der Siegerehrung vollen Lobes: ‚Die Tischtennis-Abteilung ist ein Aushängeschild des VfL und der gesamten Stadt Herrenberg.’ ********************************************************************** Gerd Arnold, Spielbetriebsleiter der SV Böblingen, blies in dasselbe Horn: ‚Im Vergleich zu anderen Turnieren ist dieses Herrenberger Wochenende sensationell organisiert.’ ********************************************************************** Gunter Klugmann, Bezirksliga-Spieler beim SSV Reutlingen und seines Zeichens Ressortleiter Seniorensport im Deutschen Tischtennis-Bund, zeigte sich positiv angetan von der gut harmonisierenden Turnierleitung und der Tatsache, dass der Veranstalter keine Probleme hat, die ‚manchmal etwas schwierigen’ Senioren in ihren Bann zu ziehen. Klugmann: ‚Hochleistungssport wird heutzutage zur Genüge gefördert. Das Turnier in Herrenberg ist ein Paradebeispiel dafür, wie man den Seniorensport fördern kann. Das hier ist Mitgliedererhaltung pur.’ Und verweist auf die Mitgliederrückgänge, die es in den vergangenen Jahren im Jugend- und jungen Erwachsenenbereich gab: ‚Die Senioren stellen eine sehr treue Gemeinschaft dar.’ ********************************************************************** Für viele der in Herrenberg gestarteten Teilnehmer stellte dieses Turnier noch nicht den Saisonhöhepunkt dar. Die meisten Viertelfinalisten, insgesamt 66 Spieler, qualifizierten sich für die Süddeutschen Meisterschaften, die Mitte März in Chemnitz zur Austragung kommen. ********************************************************************** Mit dabei dürfte auch Andrzej Trusczcyinski sein, dem bei seinem ersten Seniorenstart zwar eine Goldmedaille verwehrt blieb, sich aber dennoch in die Herzen einiger spielte. So zeigten sich die dem Mössinger zugeloste Mixed-Partnerin Katja Stierle mit ihrer Gärtringer Vereinskameradin Sylke Gärtner von der sympathischen Erscheinung und dem hochklassigen Angriffsspiel des durchtrainierten 39-jährigen begeistert. Im Finale der Königsklasse drückten die beiden dem gebürtigen Polen die Daumen – leider vergebens. ********************************************************************** Zu einem Familienduell kam es im Viertelfinale des Damen-S40-Doppels. Die Sindelfinger Titelverteidiger Maria Schuller und Elke Bacher musste gegen Bettina Martin/Andrea Bleicher über die volle Distanz von fünf Sätzen gehen. Elke Bacher und Andrea Bleicher sind Schwestern und hießen früher Michel – ein Name, der im Bezirk Böblingen keine Unbekannte darstellt. ********************************************************************** Unter den Zuschauern weilte mit Klaus Miethke auch ein alter Bekannter der SV Böblingen. Miethke wohnt inzwischen in Aidlingen und wird ab der Rückrunde wieder in hiesigen Hallen zu sehen sein. Er verstärkt nunmehr das Bezirksklasse-Team des FSV Deufringen. ********************************************************************** Groß war die Schiedsrichterpräsenz in Herrenberg. Gleich 36 Unparteiische in den blauen Verbands-Trikots sorgten für einen regelkonformen Ablauf des Turniers. Besonders augenfällig war, wie oft die Unparteiischen während der Satzpausen auf die Uhr schauen mussten, um die Spieler nach sechzig Sekunden zur Rückkehr an den Tisch zu bewegen. ********************************************************************** Angesichts der Vielzahl von Wettbewerben begann das erste Endspiel am Sonntag bereits gegen 11:30 Uhr. 35 Endspiele später wurde der letzte Ballwechsel um 17 Uhr geschlagen.Erst dann war bei der Turnierleitung um Elmar Fallscheer Zurücklehnen angesagt. ********************************************************************** Thomas Holzapfel |
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| Letzte Änderung am 12.01.2009 | ||