Derby-Tag in Gärtringen am 12.04.2008

 

 

Ein Gäuderby zwischen dem TSV Gärtringen und dem VfL Herrenberg ist kein Spiel wie jedes andere. Erst recht nicht, wenn es im Rahmen des Derbytags stattfindet, der auf dem besten Weg ist, traditionelle Züge anzunehmen. Schon vor vielen Jahren gab es interessante Duelle zwischen den beiden Teams und einige Spieler kennen sich bereits seit früheren Jugendzeiten. So zum Beispiel Jürgen Bögel (TSV, 45) und Thomas Roll (VfL, 42), deren sportlichen Wege sich schon viele Male kreuzten. Unser Mitarbeiter Thomas Holzapfel unterhielt sich im Vorfeld des Landesliga-Derbys mit den beiden.

Gäubote: Wie lange kennt Ihr Euch schon, habt Ihr schon oft gegeneinander gespielt?

Jürgen Bögel: Lang, lang ist’s her, als wir uns in der Jugend des öfteren gegenüber standen. Ende der Siebziger war’s wohl. Ich spielte damals schon bei den U18-Jungs, Thomas noch bei den U15-Schülern im TSV Kuppingen. Und ich denke, Thomas war damals der Bessere. Bei den Aktiven waren es hauptsächlich die Ranglisten oder die Bezirksmeisterschaften, in denen wir aufeinandertrafen.

Thomas Roll: Da wir unterschiedliche Schulen in Herrenberg besuchten, haben wir uns durch den Tischtennis-Sport kennengelernt. Früher habe ich wohl öfters gegen ihn gewonnen. Zuletzt hatten wir im Mannschaftssport weniger das Vergnügen miteinander, da wir in unseren Mannschaften zumeist in unterschiedlichen Paarkreuzen spielten. Eine der letzten Partien habe ich gut in Erinnerung. Bei den Bezirksmeisterschaften 2005 musste ich meine einzige Niederlage in der Vorrunde gegen Jürgen einstecken. Am Ende habe ich mich dennoch riesig über den Titel gefreut.

Gäubote: Wo habt Ihr den Sport gelernt?

Jürgen Bögel: Ich spiele schon immer in Gärtringen. Siggi Stefany, Manfred Gotsch und Walter Pudleiner waren meine Trainer und Betreuer, die mich lange Jahre begleitet und auch geprägt haben.

Thomas Roll: Als gebürtiger Kuppinger habe ich dort auch mit dem Tischtennis angefangen, Dieter Seyboth war mein damaliger Trainer. 1982 wechselte ich dann in die erste Mannschaft des VfL Herrenberg, wo mit Horst Grünewald, Michele Musci und Bernd Schäfer drei weitere hochkarätige Neuzugänge landeten.

Gäubote: Was waren Eure größten Erfolge?

Jürgen Bögel: In der Männer-A-Klasse wurde ich Bezirksmeister, bin außerdem dreifacher Vize-Bezirksmeister im Doppel (zwei Mal mit Ullrich Gotsch, ein Mal mit Michael Knof).

Thomas Roll: Mit dem TSV Kuppingen feierten wir viele Erfolge in der Jugend. Zusammen mit einer Auswahl des Tischtennis-Verbands wurde ich Zweiter bei den Deutschen Meisterschaften. Mit dem VfL Herrenberg spielte ich ein Jahr in der Verbandsliga, wo ich das Vergnügen hatte, gegen mein damaliges Vorbild Dragutin Surbek zu spielen. Und wie schon erwähnt, der Bezirksmeister-Titel bei den Männern 2005 war eine klasse Sache, vor allem, weil er recht überraschend kam.

Gäubote: Übt Ihr noch andere Sportarten aus?

Jürgen Bögel: Da ich als selbständiger Systemberater beruflich grad sehr eingespannt bin, habe ich keine Zeit, etwas anderes auszuüben. Auch die Trainingseinheiten im Tischtennis hielten sich in den letzten Wochen in Grenzen.

Thomas Roll: Mit einer Hobbygruppe spielen wir jede Woche Fußball. Dies kommt bei den Mannschaftskameraden nicht immer so toll an, da ich mir schon die eine oder andere Verletzung beim Kicken zugezogen habe.

Gäubote: Welche Meinung habt Ihr über den Gäuderbytag?

Jürgen Bögel: Natürlich ist das eine Supersache. Man kennt sich schon seit langer Zeit und wird sich ein hoffentlich interessantes Duell liefern. Die Platzierungen in der Tabelle spielen dabei eine nebensächliche Rolle, beim Gäuderbytag möchte man natürlich auf jeden Fall gewinnen. Und es wird sicherlich nett, wenn die Vereine anschließend noch gemütlich beisammen sitzen.

Thomas Roll: Anstatt zehn bis zwanzig Zuschauer in unserer Albert-Schweitzer-Halle ist beim Derbytag für eine große Kulisse gesorgt, wo es noch mehr Spaß macht, zu spielen. Diese Veranstaltung sollte man auf jeden Fall auch in Zukunft weiter aufrechterhalten.

Zeitung: Wie endet die Partie?

Jürgen Bögel: Wir gewinnen mit 9:6.

Thomas Roll: Angesichts der Personalsituation hoffe ich auf ein 8:8-Unentschieden.

 

Ziemlich genau vor drei Jahren war es, als bei den Verantwortlichen der Gärtringer und Herrenberger Tischtennis-Abteilung eine interessante Idee geboren wurde. Angesichts der großen Zahl an Aktiven- und Jugendteams in gleichen Spielklassen plante man, einen Derbytag im Gäu auf die Beine zu stellen, an dem Teams beider Vereine zu einem bestimmten Termin aufeinandertrafen. Die Veranstaltung in der gut gefüllten Herrenberger Längenholzhalle war ein Volltreffer. Aus der Idee wurde inzwischen eine feste Einrichtung, der nunmehr 4. Gäuderbytag zwischen dem TSV Gärtringen und dem VfL Herrenberg geht am kommenden Samstag in der Gärtringer Theodor-Heuß-Halle über die Bühne. Sieben Mal stehen sich ab 18 Uhr Aktiven- und Jugendteams beider Vereine im Punktspielbetrieb gegenüber.

Auch diesmal sind die Voraussetzungen für den ‚Spieltag der besonderen Art’ wieder gegeben. Fünf Teams aus dem Aktiven- und zwei Teams aus dem Jugendbereich sind es, die in der Gärtringer Theodor-Heuß-Halle zur gleichen Zeit zum nachbarschaftlichen Wettstreit antreten. Dabei sind von der Landesliga bis zur C-Klasse Mannschaften unterschiedlichster Leistungsstärke am Derby-Tag vertreten. Vor der Kür in Form eines geselligen Beisammenseins steht jedoch an erster Stelle die sportliche Pflicht. Und für das eine oder andere Team sind die Würfel im Titelrennen bzw. Abstiegskampf noch nicht gefallen.

 

Die Spiele im Überblick

Alles im Reinen ist bei den Landesliga-Herren. Der VfL hat es trotz der langwierigen Verletzung von Abteilungsleiter Martin Gerlach (Achillessehne) geschafft, sich rechtzeitig nach Beginn der Rückrunde aller Abstiegssorgen zu entledigen. Vier Siege wurden inzwischen in der zweiten Saisonhälfte eingefahren. Kapitän Elmar Fallscheer: ‚Wir freuen uns auf den Derbytag, würden uns gerne für die deutliche Vorrundenniederlage revanchieren.’ Allerdings ist der Einsatz von Thomas Roll inzwischen in Frage gestellt, ihm wurde auf Grund eines Abszess an der Backe vor einigen Tagen ein Sportverbot auferlegt. Bleibt abzuwarten, ob er bis zum Wochenende das ärztliche OK bekommt. Aus der Stammformation werden Jürgen Baier, Horst Grünewald, Elmar Fallscheer und Frank Streubel ins Rennen gehen, aus der Bezirksliga-Zweiten würde zudem die eine oder andere spielstarke Aushilfskraft zum Einsatz kommen.
Beim Gastgeber sind alle Mann an Bord. Kapitän Ullrich Gotsch, der zuletzt aufsteigende Form zeigte, darf sich - genauso wie Kamerad Gerd Jäger - am Spitzenpaarkreuz mit Jürgen Baier und Abwehrrecke Horst Grünewald auseinandersetzen. Einige Partien mit offenem Ausgang gibt es auch am mittleren und hinteren Paarkreuz, hier sind keine Favoriten auszumachen. Somit wird auch die Tagesform entscheiden, wer im Derby am Ende die Nase vorn haben wird.

Die A-Klassen-Partie des TSV IV gegen VfL III - der Vierte spielt dabei gegen den Zweiten - können beide Teams ohne Druck angehen. Meister TSV Steinenbronn ist für die Herrenberger nicht mehr zu überholen, die Qualifikation für die Relegationsspiele zur Kreisliga bereits geschafft. Aufsteiger TSV Gärtringen kann auf eine insgesamt positive Runde zurückblicken, auch wenn auf Grund von Personalproblemen der eine oder andere Punkt in der Rückrunde auf der Strecke blieb. Platz vier ist dem TSV jedoch nicht mehr streitig zu machen.

Ein dramatisches Saisonfinale bahnt sich am Wochenende in der Kreisklasse B-Süd an, im Abstiegskampf müssen drei Teams noch zittern. Darunter die TSV-Fünfte, die unbedingt einen Sieg gegen Herrenberg IV benötigt, um die Abstiegsränge zu verlassen. Wenn dann noch parallel TT Mötzingen gegen den Meister Aidlingen unterliegt, hätten Michael Gross & Co. in letzter Sekunde noch den Klassenerhalt gepackt. Für Brisanz ist gesorgt, auch durch die Tatsache, dass es im vereinseigenen Fernduell noch die TSV-Siebte erwischen könnte.

In der C-Klasse für Viererteams ist die Favoritenrolle klar verteilt. Gärtringens Herren VIII mit Hermann Schulze-Schölling wollen sich gegen den VfL V achtbar aus der Affäre ziehen. Nur noch theoretischer Natur sind die Aufstiegschancen der Herrenberger, die bei einem eigenen Sieg und einer zeitgleichen, nicht zu erwartenden Niederlage der Waldenbucher gegen Mötzingen IV noch auf den Aufstiegszug springen könnten.

Alljährlich steht auch bei den Damen das Derby in der Bezirksklasse auf dem Programm. Mit 7:3 gewannen die Gärtringerinnen mit ihrer Nummer eins Jutta Abbing das Spiel in der Vorrunde, nun wollen Kerstin Kinkelin & Co. vom VfL noch ein paar Punkte mehr erzielen.

Die Jugend spielt normalerweise jeden Samstag Nachmittag. Nicht so beim Derbytag, wo zu ungewohnter Startzeit um 18 Uhr an die Tische gegangen wird. ‚Vorteil VfL’ heißt es in der Partie der Bezirksliga Jungen. Das U18-Team aus Herrenberg ist klarer Favorit gegen das Schlusslicht aus Gärtringen, bei einem Sieg mit mehr als zwei Spielen Differenz winkt für Georg Gerlach und seine Kameraden die Vizemeisterschaft. In der Mädchen U18-Bezirksklasse beendet der Gewinner der Partie TSV II gegen VfL I die Saison auf dem vierten Platz.

Der Derbytag beginnt am Samstag um 18 Uhr mit der offiziellen Begrüßung. Für das leibliche Wohl ist gesorgt, der Eintritt ist frei.

 

Weiteres Spiel:

Beim VfL Herrenberg sind es die Herren VI, die auswärts ran müssen. Im Mittelfeldduell der C-Klasse gilt es für Jugendleiter Werner Hettler und seine Mannen, beim FC/SF Münklingen II zu bestehen (18 Uhr).

Thomas Holzapfel

 

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