Trotz Sieg "nur" Zweiter - Bei Punkt- und Spielgleichheit spricht Satzverhältnis für Betzingen |
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Spannender hätte das Meisterschaftsfinale in der Herren-Landesliga kaum enden können. Beinahe zeitgleich lieferten sich die beiden punktgleichen Spitzenteams aus Herrenberg und Betzingen ein Fernduell. Der VfL gewann vor großer Kulisse beim starken SV 03 Tübingen mit 9:7, die Betzinger entledigten sich ihrer Heimaufgabe gegen Mühringen mit 9:5. Punkt - und spielgleich standen somit am Saisonende beide Teams ganz oben. Das Satzverhältnis musste entscheiden - zu Gunsten des TSV Betzingen, der sich auf der Zielgeraden mit hauchdünnem Vorsprung durchsetzte und den Herrenbergern doch noch den Titel wegschnappte. Wer wird Landesliga-Meister und steigt in die Verbandsklasse auf? Bereits seit Monaten lieferten sich der VfL Herrenberg und der TSV Betzingen ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen, zuletzt meistens mit Vorteilen auf Seiten des VfL. Der letzte Spieltag musste nun die Entscheidung bringen, welches der beiden Teams letztendlich die Nase vorn hat. Das vermeintlich leichtere Programm hatte der TSV Betzingen mit seinem Spitzenspieler Bernd Schmid, der in seiner besten Jugendzeit schon einmal in der Oberliga für Ochsenhausen spielte und seit dieser Saison wieder in seinem Heimatverein Betzingen als feste Größe agiert. Im Heimspiel gegen die personell geschwächten Mühringer tat sich der Favorit dennoch schwer, führte nach dem ersten Einzeldurchgang nur mit 5:4. Erst im weiteren Verlauf setzte sich der TSV Betzingen durch, gewann mit 9:5. Somit stand fest, dass der VfL Herrenberg auf jeden Fall in Tübingen gewinnen musste, um mit den Betzingern Schritt zu halten. Dabei musste mindestens ein 9:6-Erfolg her, um die Meisterschaft in trockene Tücher zu bringen. Und der Tabellenführer zeigte sich in der Unistadt glänzend aufgelegt, ging nach den Doppeln mit 2:1 in Führung und hatte mit Martin Gerlach, Jürgen Baier und Elmar Fallscheer an jedem Paarkreuz Akteure, die für die sportlichen Akzente sorgten. Alle drei blieben in den Einzeln ungeschlagen. Besonders souverän agierte Abteilungsleiter Martin Gerlach: Herrenbergs Nummer eins gewann mit seinem unwiderstehlichen Spiel aus der Distanz deutlich in drei Sätzen gegen Bernd Hüttner und nach verloren gegangenem ersten Durchgang mit 3:1 gegen den russischen Spitzenmann Igor Basilyuk. Jürgen ‚Jojo’ Baier ging am mittleren Paarkreuz zwei Mal über die volle Distanz - und gewann nervenstark sowohl gegen Martin Hüttner als auch gegen Heiko Eitel. Mit einer 10:6-Bilanz beendete Baier eine starke Saison. Ähnliches trifft auf Kapitän Elmar Fallscheer zu, der gegen Tobias Arnold und Arthur Ebert Tischtennis vom Feinsten zeigte und seine Quote auf 12:2 Einzel ausbaute. So lag es beim Stand von 8:6 aus Sicht des VfL an Jochen Kugler, vor großer Kulisse mit dreißig mitgereisten Herrenberger Fans für den Schlusspunkt zu sorgen. Gegen Tobias Arnold präsentierte sich der VfL-Webmaster in starker Form, führte im entscheidenden fünften Durchgang mit 11:10. Doch der Matchball blieb letzten Endes ungenutzt, der Tübinger zog noch einmal den Kopf aus der Schlinge. Martin Gerlach und Thomas Roll behielten im Schlussdoppel zwar noch die Oberhand und sicherten ihrem Team den 9:7-Gesamterfolg, dennoch machte sich im Lager des VfL schnell Ernüchterung breit. Punkt- und spielgleich mit dem TSV Betzingen beendete der VfL die Spielzeit. Das Satzverhältnis von 573:459 (plus 114) gegenüber 555:470 (plus 85) sprach jedoch für den TSV Betzingen, der sich doch noch den Titel sicherte und somit in die Verbandsklasse zurück kehrt. Lange Zeit auf Meister- und Aufstiegskurs, musste die Gäutruppe doch noch dem Hauptkonkurrenten den Vortritt lassen. Kapitän Elmar Fallscheer: ‚Das Ganze hing am seidenen Faden, die Betzinger waren nun mal die Glücklicheren.’ Ähnlich sieht es TSV-Kapitän Christoph Rabe, der sich über das grandiose Saisonfinale natürlich riesig freute: ‚Wir hätten schon im Vorfeld der Saison nie damit gerechnet, dass wir vorne mitspielen würden. Umso mehr freuen wir uns natürlich über den erfolgreichen Abschluss. Unser Spitzenspieler Bernd Schmid war dabei einer der Hauptgaranten des Erfolgs.’ Das letzte Wort in Sachen Aufstieg scheint derweil noch nicht gesprochen. Aus den oberen Verbandsligen planen wohl zwei Teams den Rückzug, wollen zukünftig kürzer treten. Gut möglich, dass neben dem TSV Betzingen auch noch ein Hintertürchen für den VfL Herrenberg offen steht. Zudem ist der TSV Betzingen noch am Abwägen, ob der Aufstieg angesichts des personellen Aderlasses im vergangenen Jahr überhaupt Sinn machen würde. Christoph Rabe prüft derweil weitere Optionen: ‚Mit dem derzeitigen Personal dürften wir in der Verbandsklasse überfordert sein. Mal sehen, was sich noch tut.’ Beim VfL werden die Weichen für die kommende (Landesliga-?)Saison bei der am Montag Abend - 23.04.2007 - stattfindenden Abteilungsversammlung (19:30 Uhr, Restaurant zum Botenfischer) gestellt. Aufgrund der beruflichen Situation beim einen oder anderen Stammspieler sind hinsichtlich der Aufstellung in der kommenden Saison noch nicht alle Unklarheiten beseitigt. Die Ergebnisse gegen Tübingen am Spitzenpaarkreuz: Roll - Basilyuk 3:11, 12:10, 11:9, 8:11, 9:11; Gerlach - Hüttner 11:3, 12:10, 11:4; Gerlach - Basilyuk 9:11, 11:3, 11:5, 11:7; Roll - Hüttner 10:12, 9:11, 11:7, 8:11. Thomas Holzapfel
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