Herrenberg verteidigt Platz 1 |
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Das war ein Spitzenspiel ganz nach dem Geschmack der Tischtennis-Fans. Vor gut dreißig Zuschauern in der Albert-Schweitzer-Halle erkämpfte sich Landesliga-Tabellenführer VfL Herrenberg gegen den hartnäckigen Verfolger TSV Betzingen das anvisierte Unentschieden, bleibt somit Anwärter Nummer eins auf den Aufstieg in die Verbandsklasse. Recht unterschiedlich liest sich die Bilanz der anderen Herrenberger Aktiven-Teams, bei denen jubelnde Gesichter, aber auch hängende Köpfe zu entdecken waren. Es war das Wochenende der Wahrheit für das Herrenberger Landesliga-Team, das am Freitag Abend zuerst auf Schlusslicht TSV Merklingen traf und sich dann mit Hauptkonkurrent TSV Betzingen im Spitzentreffen behaupten musste. Die Partie gegen den Aufsteiger aus Merklingen war alles andere als ein Selbstläufer. Bislang sieglos mit nur drei Unentschieden in dieser Saison, ist für die Gäste der Zug in Richtung Klassenerhalt bereits abgefahren. Dementsprechend locker und befreit spielte das Team mit Spitzenspieler Michael Neis in Herrenberg auf. Wichtige Zähler auf Seite des VfL fuhren Thomas Roll (gegen Neis) und Horst Grünewald ein. In einem 45-minütigen Duell zweier erfahrener Abwehrhasen setzte sich der Herrenberger Oldie in vier Sätzen durch. Nicht so recht ins Spiel kam hingegen VfL-Abteilungsleiter Martin Gerlach, der lange auf sein zweites Einzel warten musste und gegen den gut auf Abwehrspieler eingestellten Michael Neis chancenlos war. Als der Tabellenletzte drauf und dran war, beim Stand von 7:6 aus Herrenberger Sicht für eine Überraschung zu sorgen, waren es Elmar Fallscheer und Jochen Kugler, die ihrer Mannschaft den 9:6-Gesamtsieg sicherten. Wohlwissend, dass eine
Leistung wie am Vortag nicht ausreichen würde, um auch gegen Betzingen zu
bestehen, ging der VfL in das Spitzenspiel. Erster gegen Zweiter - schon
allein das Tabellenbild ließ zu einem frühen Zeitpunkt der Partie
knisternde Spannung aufkommen. Und am Ende stand fest: Die Herrenberger
lieferten gegen die motivierten Gäste eine der besten Partien der
vergangenen Jahre, lagen zumeist leicht im Hintertreffen und holten sich
im Schlussdoppel durch die furios aufspielende Formation Martin
Gerlach/Thomas Roll das verdiente Unentschieden. Die Reutlinger Vorstädter
hingegen machten nach der entgangenen Chance, in Herrenberg einen großen
Sprung in Richtung Meisterschaft zu machen, einen eher niedergeschlagenen
Eindruck. Doch der Reihe nach: Ohne Stammspieler Christoph Rabe, dafür mit
dem starken Ersatzmann Alexander Sulzberger, der schon in höheren Ligen
aktiv war, machte der TSV Betzingen seine Aufwartung im Gäu. Mit einer
2:1-Führung ging der VfL in die Einzel, in denen Martin Gerlach, Thomas
Roll und Horst Grünewald trotz massiver Gegenwehr am Ende gratulieren
mussten. Jürgen ‚Jojo’ Baier, im Vergleich zum Vortag wie ausgewechselt,
sorgte mit einem klaren 3:0 gegen Wolfgang Klein dafür, dass sein Team im
Spiel blieb. Genau wie Kapitän Elmar Fallscheer, der gegen Alexander
Sulzberger bereits im vierten Satz kurz vor dem Sieg stand, diesen noch
abgab, um dann im entscheidenden fünften Satz nervenstark doch noch zu
punkten. Thomas Roll, Horst Grünewald sowie erneut Jürgen Baier, der einen
2:6-Rückstand im fünften Satz gegen Matthias Bädicker wett machte,
erzwangen mit ihren Erfolgen im zweiten Einzeldurchgang den Gang ins
Schlussdoppel. Dieses bestach durch hochklassige Ballwechsel und Dramatik.
Mit starken Top-Spins auf Vor- und Rückhand brillierte Thomas Roll, seinem
Partner Martin Gerlach gelangen einige unerreichbare Störschüsse aus der
Halbdistanz. Während Durchgang eins mit 11:5 klar an das VfL-Doppel ging,
waren die weiteren Sätze hart umkämpft. Roll/Gerlach hatten am Ende mit
11:13, 12:10, 12:10 das bessere Ende für sich. Elmar Fallscheer: ‚Die
beiden zeigten eines ihrer besten Doppel der vergangenen Jahre.’ Groß war
der Jubel im Herrenberger Lager nach dem erreichten Remis, das die
Verteidigung der Tabellenspitze zur Folge hatte. Erst am 31. März geht’s
weiter, dann kommt der Sechste SV Weilheim. Licht und Schatten wechselten bei den Bezirksliga-Herren, die am Samstag beim Dritten TTC Birkenfeld unerwartet deutlich mit 4:9 den kürzeren zogen und tags drauf gegen Schlusslicht TV Calmbach II beim 9:2 wenig Mühe hatten. Hans Sebastian war ‚Spieler des Wochenendes’, der 48-jährige Zahnarzt blieb in seinen vier Einzeln ungeschlagen. Da ist nichts mehr zu machen im Abstiegskampf: Die Kreisliga-Herren, die zuletzt mit positiven Ergebnissen auf sich aufmerksam machten, spielen in der kommenden Saison wieder in der A-Klasse. Ohne die Stammspieler Martin Sütterlin und Wolfgang Kuhn stand die VfL-Dritte bei den Tischtennisfreunden aus Schönaich auf verlorenem Posten, unterlagen mit 4:9. Lediglich Holger Salmon, Stephan Dieterle-Lehmann, Claudio Riveros und das Doppel Salmon/Schmedding punkteten. Die Herren IV (Kreisklasse B-Süd) wollten mit einem Erfolg in Weil im Schönbuch den Anschluss an das rettende Ufer schaffen. Doch am Ende sollte es nicht sein: Mit 7:9, dem knappsten aller Ergebnisse, unterlag der Vorletzte, dem nun der Gang in die C-Klasse droht. Erich Roob und Albert Türk holten vier Punkte in den Einzeln. In neunzig Minuten fertigten hingegen die Herren V (Kreisklasse C-Süd) die Gebersheimer Dritte ab. Thomas Schmidt, Werner Hettler und die beiden Jugendspieler Michael Wörner und Philipp Wörner ließen beim 7:0-Kantersieg gerade einmal zwei Satzgewinne zu. Rang vier in der Bezirksklasse festigte das Damenteam, das zwei Mal auswärts antreten musste - und zwei Mal mit 7:1 gewann. Sowohl beim FSV Deufringen als auch in Warmbronn blieben Elisabeth Stumpf, Sonja Teffer, Evi Roll und Annette Hettler erfolgreich. Thomas Holzapfel
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