Bericht 6. Spieltag VR

 

 

Dem gelungenen Saisonstart der Herrenberger Verbandsklasse-Männer in Form von 4:2 Punkten folgte nun der erste Dämpfer. In einem hochklassigen und phasenweise auch emotionalen Derby musste der Aufsteiger gegen die SV Böblingen die zweite Saisonniederlage einstecken. Weiter auf Erfolgskurs sind die Landesklasse-Männer, die sich nach einem erfolgreichen Doppelspieltag an die Tabellenspitze hievten.

Das Bezirksderby zwischen den Herrenbergern und den Böblingern war durchaus einer Verbandsklasse-Partie würdig. Spielerisch blieben bei zahlreichen sehenswerten Ballwechseln keine Wünsche offen und auch die Stimmung in der Herrenberger Aischbachhalle tat ihr Übriges dazu, wenngleich der frenetische Jubel bei dem einen oder anderen Zuschauer für Kopfschütteln bei manchen Spielern sorgte. Böblingens Kapitän Marcel Manis kriegte davon nichts mit: „Was auf der Tribüne war, habe ich während des Spiels nicht wahrgenommen. Aber in der letzten Saison ging es im Derby auch schon recht emotional zur Sache. Das macht uns Böblingern nichts aus, wir sind da schließlich in der eigenen Halle auch nicht viel besser.“ Dass am Ende die spielerische Dramatik ausblieb, lag an dem Fehlstart der Herrenberger, die zu Beginn nur knapp ein Doppel gewannen (Domenico Sanfilippo/Georg Gerlach gewannen gegen Luis Hornstein/Marcel Manis) und dann sechs Partien in Folge abgeben mussten. Dabei war beim 1:6 durchaus mehr drin als nur ein Zähler. Max Hering und Tim Sebastian unterlagen im Doppel genauso knapp nach fünf Sätzen wie Kristian Tomsic und Max Hering in den Einzeln. Hering gelang dabei gegen Ali Hosseini eine grandiose Aufholjagd, als er sich nach einem 4:9-Rückstand im fünften Satz sogar eine 12:11-Führung erspielte. Der Matchball blieb indes ungenutzt. Erst Georg Gerlach war es, der am hinteren Paarkreuz beim Viersatzerfolg gegen Simon Raußmüller wieder so etwas wie Hoffnung im Herrenberger Team aufkommen ließ. Die Stimmung erreichte noch einmal ihren Höhepunkt, als Domenico Sanfilippo das spannende Spitzeneinzel gegen Hassan Hosseini mit 16:14, 5:11, 11:8, 8:11 und 15:13 zu seinen Gunsten entschied und das 3:7 aus Herrenberger Sicht besorgte. Als dann jedoch Andrew Schönhaar und Max Hering abermals gratulieren mussten, war die Entscheidung endgültig gefallen. Kristian Tomsic gelang zwischendurch nur noch die Ergebniskosmetik zum Gesamtstand von 4:9. Nach vier Spieltagen haben sich die beiden Aufsteiger aus Herrenberg und Böblingen in der Liga gehörig Respekt verschafft. Noch einmal Marcel Manis von der SVB: „Diese beiden Mannschaften haben das Potenzial, in der Liga zu bleiben. Ich hoffe, dass es gelingt, zwei andere Teams hinter uns zu lassen.“

Durch die Bank erfolgreich waren die Männer II in der Landesklasse. Zuerst wurde bei der TTG Leonberg/Eltingen II mit 9:5 gewonnen, danach setzte man sich im Gäuderby gegen sich tapfer wehrende Gärtringer mit 9:7 durch. In Leonberg war es vor allem das hintere Paarkreuz mit Jochen Kugler (2) und Dominik Glaser, das den Unterschied ausmachte. Kugler hatte dabei mit der 12-jährigen Nachwuchshoffnung Fabian Haid zuerst große Mühe. „In den ersten beiden Sätzen bin ich total untergegangen, dann habe ich aber mehr Schnittwechsel gemacht und konnte die Partie noch umbiegen.“ Es war der Sieg zum Zwischenstand von 6:3, der den Leonbergern den Garaus machte. Der überragende Christian Götzner sowie Tim Sebastian und abermals Jochen Kugler machten dann den Auswärtssieg perfekt. Gegen die Gärtringer Zweite musste der VfL auf Tim Sebastian (spielte in der ersten Mannschaft) und Damir Stefanac verzichten, so dass die Gäste mit Ersatzverstärkung Ullrich Gotsch nicht chancenlos ins Rennen gingen. Bis zum Stand von 5:6 konnten die Gäste ihre Führung aus den Doppeln verteidigen, danach übernahm der VfL in diesem Krimi das Kommando und ging seinerseits mit einer 8:7-Führung ins Schlussdoppel. In diesem legten Gärtringens Ullrich Gotsch und Andreas Dannwolf mit 13:11 und 12:10 gegen Christian Götzner/Jürgen Baier erst einmal vor, doch die Herrenberger gaben sich nicht geschlagen und schafften mit drei weiteren, ebenfalls hart umkämpften Sätzen noch die Wende zum vielumjubelten Gesamtsieg. Damit wahrte die VfL-Zweite ihre weiße Weste (10:0 Punkte) und setzte sich auf Grund der mehr ausgetragenen Partien vor den Titelfavoriten aus Kuppingen und Schönmünzach (jeweils 6:0) an die Tabellenspitze. Auch im Bezirkspokal war der VfL obenauf. Mit 4:1 gewannen Tim Sebastian, Damir Stefanac und Dominik Glaser beim TSV Steinenbronn und zogen so ins Achtelfinale ein. In diesem wartet mit dem Landesliga-Spitzenteam SpVgg Weil der Stadt allerdings eine kaum lösbare Aufgabe.

Der VfL Herrenberg III und die SpVgg Weil der Stadt II gehören in der Bezirksliga zu den besseren Teams. Ihr Potenzial stellten die beiden Mannschaften im direkten Vergleich unter Beweis, der letztendlich keinen Sieger fand. Youngster Justin Kühne überzeugte mit einem Viersatzerfolg über Weil der Stadts Nummer zwei Michael Neis, gleich zweifach punkteten auf Herrenberger Seite Michael Baier und Maurice Lusseault. Das Schlussdoppel mit Elmar Fallscheer und Justin Kühne sicherte den Herrenbergern das 8:8-Remis.

In der Kreisliga B gewann die Herrenberger Vierte das Verfolgerduell gegen den FSV Deufringen III recht mühelos mit 9:3. Deufringens Rüdiger Nannt: „Bei uns hat ein Spieler verschlafen, so konnten wir nur zu fünft antreten.“ Yvon Lusseault und Talal El Haj Ibrahim gewannen je zwei Einzel beim Gastgeber.

In der Kreisklasse C, der Liga für die Unabsteigbaren, fanden die Männer V des VfL beim TTV Gärtringen VI keine Mittel und mussten im Kellerduell eine 1:7-Niederlage hinnehmen. Das Doppel mit dem 77-jährigen Albert Türk und dem ein Jahr jüngeren Günter Baier ergatterte gegen Hermann Schulze-Schölling (74)/Wolfgang Gotsch (76) den Ehrenpunkt. Auf Gärtringer Seite blieb der 78-jährige Manfred Gotsch am vorderen Paarkreuz ungeschlagen.

Obwohl der Start in den Doppeln misslang (0:2), erkämpften sich die Bezirksliga-Frauen des VfL noch ein 7:7 bei der SpVgg Renningen. Sonja Kugler spielte in ihren drei Einzeln groß auf und blieb ungeschlagen, außerdem holten Corinna Thiele (2), Doreen Pfander und Annette Hettler Zählbares.

Beim TSV Betzingen absolvierten die Herrenberger U 18-Youngsters das dritte Auswärtsspiel hintereinander. Justin Kühne am vorderen und Maurice Lusseault am hinteren Paarkreuz steuerten in den Einzeln und gemeinsam im Doppel das Maximum an fünf Zählern bei, außerdem punktete Dominik Glaser zu Beginn zur wichtigen 3:1-Führung für den VfL. Am Ende setzte sich der Gäu-Nachwuchs verdient mit 6:3 durch. Durch den dritten Saisonsieg gehört der VfL Herrenberg nun zu den Kandidaten auf den zweiten Tabellenplatz, der am Ende die Qualifikation zu den württembergischen Mannschaftsmeisterschaften bedeutet.

Thomas Holzapfel


 
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Seitenanfang Letzte Änderung am 23.10.2017 VfL Herrenberg