2x 9:6 - Herrenberg als Favoritenschreck |
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Mit 9:6-Siegen können sich Herrenbergs Landesliga-Herren derzeit anfreunden. Gegen Tuttlingen und Ottenbronn gewann der VfL am Wochenende gleich zwei Mal mit diesem Ergebnis - und erwies Tabellenführer TSV Nusplingen dabei einen Bärendienst. Vier Mal gewannen Martin Gerlach & Co. in diesem Jahr mit 9:6 und entwickelten sich nunmehr vom Abstiegskandidaten zum Favoritenschreck. Das ist mal eine stolze
Serie: In der Winterpause noch das Abstiegsgespenst im Nacken, hat
Landesligist VfL Herrenberg inzwischen das Feld von hinten aufgerollt.
Erst gewann der VfL gegen Kusterdingen und Sindelfingen mit 9:6, holte
sich das dabei scheinbar das nötige Selbstvertrauen vor weiteren schweren
Aufgaben. Diese standen nun am Wochenende auf dem Programm - und die
Herrenberger trumpften mächtig auf. Zuerst machte der TTC Tuttlingen II
seine Aufwartung in der Aischbachhalle. Der letztjährige
Bezirksliga-Meister, der bis dato hartnäckigster Verfolger von
Tabellenführer TSV Nusplingen war, bekam im Gäu einen herben Dämpfer
verpasst. Zwar führten die Tuttlinger noch mit 3:2, dann jedoch sorgten
Max Hering, Jürgen Baier, Edgar Jüngling und Frank Streubel für einen
unwiderstehlichen Zwischenspurt zum Herrenberger 6:3. Seine Premiere am
Spitzenpaarkreuz feierte an diesem Tag VfL-Youngster Georg Gerlach, die im
zweiten Einzel gegen Tuttlingens Markus Regele prompt erfolgreich verlief.
Durch den Viersatzerfolg des 18-jährigen gelang es, die Gäste auf Distanz
zu halten. Abermals Max Hering sowie Frank Streubel sorgten danach für den
9:6-Gesamterfolg. Beflügelt vom
Vortageserfolg zeigte sich der VfL auch am Sonntag bei
Verbandsklasse-Absteiger TTC Ottenbronn erneut von seiner besten Seite.
Der Spielverlauf war allerdings ein ganz anderer: Zuerst profitierte der
VfL von drei erfolgreichen Doppeln, die 3:0-Führung stellte die beste
Voraussetzung für die darauffolgenden Einzel dar. Hatten Jürgen Baier und
Christian Götzner im Doppel schon das Glück auf ihrer Seite (12:10 im
Entscheidungssatz gegen Raußmüller/Reutter), so gelang dieses Kunststück
auch Martin Gerlach, der nervenstark gegen Michael Holzhausen mit 2:11,
11:9, 6:11, 11:4 und 12:10 gewann. Danach lief es beim VfL erst recht wie
am Schnürchen: Max Hering und Georg Gerlach punkteten am mittleren
Paarkreuz und blieben dabei ohne Satzverlust, Christian Götzner und Jürgen
Baier hielten sich auch „hinten“ schadlos. Bei der anfangs nicht für
möglich gehaltenen 8:1-Führung fehlte den Herrenbergern nur noch ein
Zähler zum Kantersieg. Bis dieser eingefahren wurde, vergingen allerdings
noch knapp anderthalb Stunden. Plötzlich zeigten die Schwarzwälder
Kampfgeist und setzten sich bei knappen Spielständen auch mal durch. Fünf
Einzel in Serie gingen an den Gastgeber, der insgeheim plötzlich auf das
Schlussdoppel spekulierte. Diese Nervenschlacht blieb dem VfL jedoch
erspart, da im letzten Einzel Christian Götzner gegen Sascha Reutter bei
1:2-Satzrückstand noch die Wende schaffte und nach längerer Geduldsprobe
den Herrenberger 9:6-Gesamtsieg einfuhr. Mit 8:10 Zählern in die
Winterpause gegangen, ist der VfL nach vier erfolgreich absolvierten
Partien inzwischen Zweiter. Und könnte im Kampf um die Meisterschaft das
Zünglein an der Waage spielen. Der TTC Tuttlingen II und der TTC
Ottenbronn können seit dem Wochenende ein Lied davon singen. Ohne Horst Grünewald, der auf Grund von Rückenproblemen passen musste, fuhr die Herrenberger Bezirksliga-Zweite zum TTC Birkenfeld, einem Mitkonkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. Dafür sprang Jugendtrainer Jan Schmedding in die Bresche, der dann prompt in der Endphase auch zur entscheidenden Figur wurde. Beim Stand von 8:6 für die Enztäler hätte er mit einem Sieg gegen Peter Schumacher das Schlussdoppel erzwingen können, doch die Birkenfelder Nummer sechs setzte sich in vier Sätzen durch und holte so für den gastgebenden TTC den Gesamtsieg (9:6). Chancen, die Partie offener zu gestalten, hatte der VfL bereits zuvor: Tim Sebastian lieferte Birkenfelds Nummer eins Julian Bühler einen offenen Schlagabtausch, unterlag dann aber nach großem Kampf mit 11:7, 7:11, 6:11, 11:7 und 5:11. Noch bitterer war die Niederlage von Jochen Kugler gegen Giovanni Giorgini, vier Matchbälle ließ der Herrenberger Kapitän im fünften Satz ungenutzt. Dafür gelang Kugler im zweiten Einzel die Wiedergutmachung, als er sich gegen Dieter Herrigel nach 1:2-Satzrückstand und dem Spielstand von 6:9 bereits auf der Verliererstraße sah, dann aber doch noch die Partie nach Hause schaukelte. Ein sehenswertes Spitzenspiel lieferten sich die beiden Topleute Christian Götzner und Julian Bühler, wobei sich der Birkenfelder in den entscheidenden Phasen der Satzverlängerungen jeweils durchsetzte. Großen Kampfgeist zeigten auch noch Jan Schmedding und Michael Baier, die in ihren Partien gegen Frank Ehmer jeweils mit 0:2 im Hintertreffen lagen und dann noch den Spieß umdrehten. Kapitän Jochen Kugler: „Chancen gab es somit hüben wie drüben. Im Endeffekt hätte die Partie auch Unentschieden enden könne, eine noch deutlichere Niederlage lag allerdings auch im Bereich des Möglichen.“ Es bleibt dabei: Der diesjährige Abstiegskampf in der Bezirksliga spitzt sich weiter zu. Wären die drei erfolglosen Doppel zu Beginn nicht gewesen, hätte die Herrenberger Dritte den favorisierten VfL Oberjettingen II sicherlich noch etwas länger ärgern können. So rannten Spitzenspieler Sebastian Schuppel und seine Mannen in dieser Partie der Kreisklasse A stets einem Rückstand hinterher - der letztendlich in eine 5:9-Niederlage mündete. Harald Schneider und Tim Maurer blieben am mittleren Paarkreuz in den Einzeln ungeschlagen, außerdem punktete Stephan Dieterle-Lehmann. Die Herren IV waren in der Kreisklasse B in Böblingen chancenlos. Einzig das Doppel Albert Türk/Werner Hettler punktete bei der unvermeidbaren 1:9-Schlappe. Besser machten es die Bezirksklasse-Damen, die nach zuletzt eher durchwachsenen Ergebnissen wieder in die Erfolgsspur zurückfanden. Bei der SpVgg Aidlingen II gewannen Monika Hering, Satomi Kamei, Sonja Kugler und Annette Hettler mit 7:4. Lang, lang ist’s her, als Franz Sebastian sein letztes Punktspiel für den VfL Herrenberg bestritt. Der 63-jährige, der in früheren Jahren zahlreiche Erfolge für die VfL-Tischtennisabteilung einfuhr, packte für das Senioren-Match beim VfL Oberjettingen mal wieder seinen Schläger aus. Wohl auch, um mit seinem zehn Jahre jüngeren Neffen Hans mal wieder im Doppel gemeinsam am Tisch zu stehen. Zu einem Erfolgserlebnis reichte es im Gäuderby allerdings (noch) nicht. Thomas Roll (2), Hans Sebastian, Harald Schneider und das Doppel Roll/Schneider (2) punkteten beim 6:6-Unentschieden. Thomas Holzapfel
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